Wenn die Protagonistin klingelt – Eine ernste Glosse aus 2007

Gestern abend stand plötzlich meine Protagonistin vor der Wohnungstür. Oh, Mann! Hätte ich bloß nicht aufgemacht.

Erst wollte sie mir erklären, dass ihre Gegnerin doch was wirklich Ferkeliges anstellen könnte, und dann wollte sie mir en detail erklären, in welcher Situation sie selbst und das Objekt der Begierde dieses … äh … Video entdecken. Nein! Niemals! Noch widerstehe ich, bin standhaft – wir schreiben doch keine Softdinger oder so was. Was denken die sich eigentlich?

Eine gewisse Missvergnügtheit flog über ihr eigentlich ganz hübsches Gesicht. „Dann fall mir doch bitte mal ins Wort“, bat sie – und weinte fast. „Es ödet mich so maßlos an, meine ganze Hintergrundgeschichte hier auszubreiten. Und meinen wunderbaren Freund lässt du auch nur herumsabbeln. Könntest du nicht wenigstens – äh – vielleicht doch … Ich meine: Das wäre doch wenigstens mal ein bisschen mehr Handlung?“

Wie? Du beschwerst dich über den lahmen Einstieg? Herrgott, Mädel – es ist völlig egal, wo die Geschichte in der Rohfassung anfängt, weil jeder Anfang wenigstens schon mal ein Anfang ist.

Und ihr müsst mir eben noch alles von euch erzählen. Wie soll ich euch denn sonst kennenlernen? Wenn ich mir alles selbst ausdenke, beschwert sich doch auch wieder einer von euch.

Wie meinst du? ÖDE??

Nun gut, du hast es so gewollt. Kommst du eben unter die Räder. Gleich am Anfang. Zufrieden?

Ich muss ja zum Glück nur die Szene schreiben und dann hochdraggen und dort droppen.

Und jetzt gehe ich mal in diesen Thread von Mermaid im NaNoWriMo-Forum und beschwere mich über euer Gemecker über zu wenig Handlung. So.

Basta. Wäre ja gelacht!