Als die kleine Meerjungfrau erkannte, was zu tun war

Stumm starrte die kleine Meerjungfrau auf die Rüstung und sah zu, wie ihr Blut über das Metall floss. Als sie noch in der Armee ihres Vaters Dienst tat, war der gezirkelte Schwanzschlag ihre stärkste Waffe gewesen, aber hier? Mit dem Hintern über den Boden robben und den Schwanz immer wieder hoch genug zu heben, um ihn den Angreifern um die Ohren zu schlagen, war keine effektive Kampfmethode.
Zorn wallte in ihr auf und sie gestattete dem Blut, das sich hinter ihren Augen staute, herauszufließen. Ursula hatte sie schändlich betrogen. Ihre Stimme hatte sie genommen, aber ihren sehnlichsten Wunsch, einem Menschen gleich zu werden und ihren Prinzen zu erobern, erfüllte sie nicht. Oder nur zum Teil – die Meerjungfrau konnte außerhalb des Wassers überleben, aber das alleine war nicht Teil des Deals gewesen. Sie wollte den Prinzen, dem sie so mutig das Leben gerettet hatte, aber der hatte nur Augen für die Zuckerprinzessin, die um ihn herumtänzelte und den ganzen Tag lang albern kicherte.
„Wenn er dich nicht so will, wie du bist, verdient er dich nicht“, raunte der aufkommende Wind ihr zu. Er sprach mit Arielles verkaufter Stimme und auf einmal wusste sie, was sie zu tun hatte.

Foto: Kleine Meerjungfrau im Krieg